Kindergarten 2018

Wir haben das Jahr 2018 und nun startete unser Kleckerklein in meine letzte Kindergarten Zeit, nach über 5 Jahren Pause !

Das erste Mal bekamen wir im ersten Anlauf keinen Kindergarten Platz. Das sei schwierig in dem Alter, 3 (!!!) Und für die Betreungszeit (25 std !!!). Doch im zweiten Anlauf wurde uns ein solcher Platz in einem kleinen und erst 5 Jahre alten Kindergarten angeboten. Nicht in der Einrichtung, die alle 4 Geschwister von Kleckerklein besucht hatten. Da war ich schon ein wenig enttäuscht…. zumal wir ja damals in Erwartung, dass unser Nesthäckchen den geliebten Kindergarten besuchen wird, Abschied von allen Erzieherinnen genommen hatten. Es waren vertrauensvolle Bindungen entstanden. Damals….wo noch keine Hetze das Kindergarten Leben bestimmte….

Doch die neue Einrichtung machte keinesfalls einen schlechten Eindruck und so freuten wir uns auf eine schöne Kindergarten Zeit. Die Eingewöhnung klappte zügig.  Obwohl ich eine sehr intensive Bindung zu meinem Kleckerklein habe. Das Drama begann dann auch erst, als die allgemeine Unruhe der Eingewöhnung vorbei war. Ich klingelte um 12 Uhr,  wie gewünscht, da zeitig Mittag gegessen werden muss, und per Türdücker öffnete die Türe. Dann befand ich mich in dem kleinen Flur, dort öffnete sich die Gruppentür und Kleckeklein kam heraus. Sofort schloß sich die Türe. Mein Kind weinte.

Wo war die “ ich freue mich auf Dich Stimmung“? Wo war die Fröhlichkeit nach dem ausgelassen Vormittag im Kindergarten? Wo waren die Mütter, die vor den Türen warten bis die Kinder ihren Abschlußkreis beendet haben? Wo war das fröhliche Gequatsche mit den Erzieherinnen und Müttern?

Es stellte sich heraus, dass es das alles nicht geben konnte,  weil unser Kleckerklein einzig und allein, mittags nach Hause geholt wurde. So gingen wir beide traurig gestimmt nach Hause. Kleckerklein,  weil er sich ausgeschlossen fühlte und ich war mir garnicht sicher, wer mir am meisten Leid tat, die Kinder oder die Mütter. Was verpassen die Eltern bloß alles? Die ersten Lebensjahre des Kindes mitzuerleben ist ein großes Geschenk. Und dem Kind kann keine Erzieherin die Mutter ersetzen !

Diese unguten Gefühle blieben hartnäckig in meinem Herzen. Und Kleckerklein hat es gespürt. Er wollte nicht in den Kindergarten und Mittags besserte sich die Lage auch kaum. Obwohl die Leitung des Kindergarten und die Erzieherinnen ihr Bestes taten. Letzlich hat es sich am sinnvollsten erwiesen, dass Kleckerklein in der Einrichtung isst und ich ihn danach abhole.  Das war schon ein Klops, den ich da schlucken sollte.  Denn die Mahlzeiten kamen von der Metzgerei nebenan! Ich bin nicht streng vegan eingestellt, weil ich meinen Kindern nicht grundsätzlich alles verbieten möchte. Sie sollen ihre eigenen Erfahrungen machen und später eigenständig entscheiden können. Keinesfalls sollen sie, aufgrund ihres Ernährungsstils, zu Außenseitern werden oder Angst haben müssen, dass die etwas verpassen. Aber Essen aus der Metzgerei, dazu noch richtige Hausmannskost mit wenig Gemüse, das ist wirklich extrem. Eben genau das andere  Extrem zum Veganen.   Zum Glück isst mein Kleiner wenig von dem Fleisch, was ihm angeboten wird.

Kleckerkleins Papa war der Meinung, dass ich mir diese “ andere“ Stimmung im Kindergarten nur einbilden würde. Doch als er dann auch ein paar Mal in den Kindergarten ging, um Kleckerklein am Mittag abzuholen, fühlte er so wie ich. Er sah oft kleine Kinder weinen. Und vermisste, so wie ich, die fröhliche Stimmung aus alten Kindergarten Zeiten.

Nichts ist mehr so wie vor 5 Jahren. Und wir müssen uns nun auf Kindergarten 2018 einstellen, ob wir wollen oder nicht.

Ich möchte hier weder sie Einrichtung noch die Eltern kritisieren. Beide tun ihr Bestes und wollen sicher das Beste. Die jungen Eltern kennen es zudem auch nicht anders. Schließlich gibt man sein Kind eben früh in die Kita und dann direkt ganztags. Ist doch normal! Und woher sollen sie auch wissen, was mittags im Kindergarten los ist? Die Erzieherinnen leisten Großartiges, mit Geduld und Hingabe. Ihnen gebührt Respekt und großer Dank.

Durch die vielen Tätigkeiten der reinen Betreuung: Windelwechseln, trösten, füttern, schlafen legen, usw…kommen viele typische Berreiche,  z.B. auch die Vorbereitung auf die Schule,  zu kurz. Es geht einfach nicht anders.

Aber das Thema geht mir nicht aus dem Kopf. Und ich habe es mit Psychiatern und Psychotherapeuten besprochen.  Alle sehen diese “ neue“ Kinderbetreuung sehr kritisch. Sicherlich nehmen viele Kinder keinen sichtbaren Schaden. Aber Genaueres könne man eben noch nicht sagen. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Problem wächst jedoch. Ein Zusammenhang?

Letzlich ist es die Entscheidung der Eltern, welche Betreuung sie für ihr Kind wünschen. Ich bin jedenfalls froh, meinen Kleinen bei mir zu haben und nicht erst Nachmittags zu holen. Ich weiß,  dass sehr schnell die Zeit kommt, wo er nicht mehr viel von mir wissen will….wo ich peinlich bin….Aber das ist auch die Zeit,  die für ihn schwierig wird. Und wo eine gute Bindung wesentlich dazu beiträgt, dass er gut durch diese Zeit kommt. Ich habe das schon dreimal gehabt und kenne diese Lebensphase der Jugendlichen gut, die Pubertät.

Vielleicht überlegt man, ob der neue Wagen,  das tolle Handy oder der mega Urlaub nicht doch viel unwichtiger sind, als sein Kind? Kinder sind so wertvoll… Sie sind ein kostbares Geschenk! Das darf nicht vergessen werden.

 

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