Intervall Fasten

Ein neuer Diättrend oder wirklich sinnvoll?

Beim Intervall Fasten wechseln sich Phasen der Nahrungskarrenz mit “ Essphasen“ ab. Die Fastenphase sollte mindestens 16 Stunden lang sein, wobei für Einsteiger auch eine kürzer Dauer akzeptabel ist. In der verbleibenden Zeit wird gesund uns abwechslungsreich gegessen. Je nach Zielsetzung gelten dabei andere “ Regeln“.

Zielsetzung ist überhaupt ein Stichwort. Für wen ist es denn sinnvoll zeitweise auf das Essen zu verzichten?

Der erste Vorteil ist rein pragmatischer Natur. Man muss weniger kochen bzw. Sich weniger oft mit dem Thema Essen beschäftigen. Das kann für viele Menschen eine Erleichterung sein. Ausserdem fällt es vielen Menschen schwer, mit dem Essen aufzuhören, sobald sie damit angefangen haben. Das „Alles oder nichts“ Prinzip findet sich relativ häufig bei der Nahrungsaufnahme. Es kommen weniger Versuchungen und Verlockungen in 8 Stunden, als in 12 oder mehr. Daher kann es für übergewichtige Menschen hilfreich sein, nur wenige Stunden essen zu dürfen. Schließlich ist man ja irgendwann so satt, dass man eben nicht mal mehr Naschen mag.

Tatsächlich bietet die Nahrungspause wesentliche gesundheitliche Vorteile. Die Verdauung kommt zur Ruhe und kann regenerieren. Es muss nicht ständig Insulin ausgeschüttet werden. Der Organismus beginnt, an die (Fett-)Reserven zu gehen. Im Tierversuch konnte berreits ein positiver Verlauf einiger Zivilisationerkrankungen durch das Fasten festgestellt werden. Auch auf chronische entzündliche  Erkrankungen , Demenz und sogar Krebs soll dies zutreffen. Das Übertragen dieser Ergebnisse auf den Menschen ist noch nicht abgeschlossen . Die Datenlage ist jedoch eindeutig und klar, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass Fasten auch beim Menschen einen positiven Effekt hat.

Arbeiten des Grazer Wissenschaftlers Frank Madeo zeigen, dass längere Essenspausen die Autophagie, die „Müllabfuhr“ der Zellen, fördern.

Fasten eignet sich jedoch keinesfalls als alleinige Therapie.

Folgende Personen sollten nicht fasten oder dies vorher ärztlich abklären lassen:

  • Bei Mangel- und Unterernährung
  • Bei Amenorrhoe (fehlende Menstruation)
  • Schwangere
  • Stillende
  • Kinder
  • Bei Niedriger, Blutdruck nur nach ärztlicher Absprache
  • Bei Diabetes, nur nach ärztlicher Absprache
  • Migräne, nur nach ärztlicher Absprache

Es empfiehlt sich auf jeden Fall im Zweifel den behandelnden Arzt zu befragen. Ich persönlich, habe auch in der späten Stillzeit Intervall Fasten durchgeführt. Das war kein Problem.

Es gibt zahlreiche Programme und Anleitungen zum Intervall Fasten. Bei manchen wird ein paar Tage nichts gegessen und dann wieder wenige Tage Nahrung aufgenommen. Beispielsweise wird an 5 Wochentagen gefastet und an den Wochenenden gegessen.

Praktikabler ist das 16:8 Fasten. Dabei wird nur innerhalb der 8 Stunden gegessen. Den Zeitpunkt bestimmt man selbst und kann ihn bequem an seinen individuellen Rhythmus anpassen. Beispiel: Wer um 17 Uhr zu Abend speist, darf um 9 Uhr wieder frühstücken. Einsteiger können auch kürzere Intervalle wählen und diese schrittweise verlängern. Wasser ist in der Fasten Phase erlaubt. Kaffee und Tee ( ohne Zusatz wie Zucker und Milch) in Maßen ebenfalls.

Auch ist es denkbar das 16:8 Intervall Fasten an den Wochentagen zu praktizieren und am Wochenende mit der Familie ganz normal zu frühstücken.

Selbst unregelmäßig durchgeführt, hat das Intervall Fasten noch Vorteile. So, dass gelegentliche Ausnahmen denkbar sind.

Meiner Meinung nach, sollte man dabei auf seinen Körper hören. Es gibt Phasen da gelingt das Intervall Fasten besser . Wenn man sich dafür quälen muss, hat es keinen Sinn.

Schwierig ist es auch bei einer Diät oder einem hohen Energie Bedarf. Ein größeres Energiedefizit erschwert das Fasten. Daher sollte in der “ Essphase“ ausreichend gegessen werden. Das schützt auch vor Nährstoffmangel. Ausreichend Essen bedeutet leider nicht, dass man hemmungslos schlemmen darf. Wer aber bei seiner letzten Mahlzeit zuwenig isst, wird  eher Schwierigkeiten bekommen, die ganze Fastenzeit durchzuhalten. Die Ernährung richtet sich primär nach dem allgemeinen Ziel, dass verfolgt wird. Viele Menschen wünschen sich eine gesteigerte Fettverbrennung.  Dann ist es günstig, 2 (der 3) große Mahlzeiten zu nehmen und nicht zwischendurch zu “ Snacken“. Damit nicht ständig wieder Insulin ausgeschüttet werden muss. Ein minimales Kaloriendefizit führt dabei zum gewünschten Gewichtsverlust. Ist der Muskelaufbau gewünscht, sollte etwas mehr Energie Und Protein zugeführt werden. Günstig sind auch viele kleine, eiweißreiche Mahlzeiten.

Möchte man sich einfach etwas Gutes tun, Einfluss auf Krankheiten nehmen, den Darm entlasten, das Hautbild verbessern, usw.  dann sollte die Ernährung möglichst reich an bunten Gemüse und Obst, sowie Nüssen, Hülsenfrüchten und Vollwertgetreide ( Pseudo Gerfeide) sein. Wünschenswert wäre es, Zucker und weißmehl Produkte stark zu reduzieren und Omega 3 Fettsäuren zuzuführen. Es kann aber auch weiter wie gewohnt gegessen werden, wenn kein besonderes Ziel verfolgt wird und die Ernährung insgesamt schon vollwertig ist.

Sport in der Fasten Phase ist möglich und wird auch von vielen Menschen praktiziert. Vor allem weil sich der Körper während des Trainings nicht mit Verdauung herumschlagen muss. Ein Grundlagen Training forciert dabei die Fettverbrennung. Spitzenleistungen sind eher nicht zu erwarten. Möglicherweise fehlt jedoch die nötige Energie und man selbst kann keinen Sport in der Fastenzeit durchführen.

#16/8fasten, #5:2fasten, #intervallfasten

 

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