Bewegung und Sport

Es ist bestätigt: Bewegung und Sport fördern die Gesundheit. Obwohl bereits etliche Studien dies bekräftigt haben, sind noch nicht alle Fragen beantwortet. Positive Effekte sind zwar deutlich erkennbar, aber die genaue Wirkungsweise dafür ist nicht immer bis ins kleinste Detail bekannt.

Eine kleine Auswahl von Wirkungen und Erklärungsansätzen:

  • Immunsystem: insgesamt wird das Immunsystem angeregt. Auch, wenn intensiver Sport kurzfristig das Immunsystem schwächen kann, vor allem nach Wettkämpfen  oder sehr hartem Training (Open window Phänomen), überwiegen immunstimulierende Eigenschaften. Bestimmte Botenstoffe ( z.B. Interleukine) werden vermehrt freigesetzt. Zusammen mit Adrenalin können dadurch Abwehrzellen mobilisiert werden. Diese “ erkennen “ und vernichten auch schadhafte Zellen, die immer Mal bei der Zellteilung entstehen und entarten können. Zudem können betroffene Körpergewebe besser erreicht  werden. Durch Hormone, die während der Aktivität ausgeschüttet werden, z.B. Serotonin wird das Immunsystem zusätzlich stimuliert.
  • Hormone: Sport wirkt ganz unterschiedlich auf die Bildung von Hormonen. Dabei stehen Art des Hormons und Bewegungsart im Zusammenhang. Denn die gebildeten Hormone sollen den Körper bestmöglich unterstützen. Daher werden beim Krafttraining andere Hormone bzw. Hormonmengen, produziert, als im Ausdauersport, Interessant dabei das Hormon PeptidYY. Dieses wird vor allem im Aausdauersport ausgeschüttet und hemmt den Appetit. Das Hormon HGH, wird vor allem beim Krafttraining gebildet und fördert den Fettabbau. Das Hormon Irisin ist für den Verjüngerungseffekt zuständig. Es wird ebenfalls unter Belastung freigesetzt und wirkt positiv auf die Telomere * der Gene, was dem Altern entgenwirkt.
  • Gene: Durch Forschungen in der (Epi-)Genetik,weiß man, dass Sport viele Gene verändern und somit ins Erbgut eingreifen kann. Das könnte erklären, warum sportliche Aktivität manche Veranlagungen für Krankheiten abmildert.
  • Muskeln: unter Belastung schütten sie Myokine ( z.B. interleukin- 6**) aus. Diese Botenstoffe aktivieren den Stoffwechsel, fördern die Umwandlung von Glykogen (Speicher Kohlenhydrat) zu Glukose und regen die Fettverbrennung an. Sport fördert den Aufbau und Erhalt des wichtigen Muskelgewebes. Muskelgewebe hält leistungsfähig und schützt Knochen und Gelenke. Sie  sind für eine gute Körperhaltung
  • Knochen: Zug- und Druckbelastungen regen den Knochenstoffwechsel an und stärken so das Knochengewebe.
  • Gelenke: durch den Wechsel von Druckbelastungwn und – Entlastung, kann das schützende Knorpelgewebe mit Nährstoffen aus der Gelenkschmiere versorgt werden. Man kann sich das wie einen Schwamm vorstellen, der nach dem Zusammenrücken besonders gut Flüssigkeiten anzieht. Selbst bei Gelenkverschleiß ist angepasste Bewegung empfehlenswert. Allerdings können zu viel Belastung, falsche Bewegungsabläufe,  Sport bei Übergewicht und Haltungsschäden, die Gelenke auch schädigen.
  • Insulinsensibiltät: Sport erhöt die Sensibilität der Zellen auf Insulin. Dadurch muss weniger Insulin ausgeschüttet werden, um die gleiche gewünschte Wirkung zu erhalten. Insbesondere Typ 2 Diabetiker profitieren davon. Vor allem, wenn sie durch Bewegung noch ihr mögliches Übergewicht reduzieren. Dann können Insulin senkende Medikamente deutlich reduziert werden.
  • Blutzucker: der Energie Bedarf steigt unter einer Belastung. Damit sinkt auch der Blutzucker. Außerdem werden nach der Belastung die Glykogenspeicher wieder aufgefüllt. Dazu “ zieht“ der Körper Glucose aus dem Blut ab.
  • Herz-Kreislauf: Das Herz wird gekräftigt und das ganze Herz- Kreislauf System trainiert. So kann der Blutdruck normalisiert werden. Mit regelmäßiger, sogar leichter Aktivität, lässt sich der obere Wert bis zu 15 mmHg und der untere bis zu 8 mmHg senken. Ganz ohne Tabletten!
  • Lipidstoffwechsel: Sport hat einen Einfluss auf die Cholesteinwerte. Moderater aber fordernder und regelmäßiger (mindestens dreimal wöchentlich für mindesten 30 Minuten durchgeführt) Ausdauersport erhöt die Menge an “ guten “ HDL. Dieses beförderrt Cholesterin aus den Körperregionen zur Leber zurück. Krafttraining hingegen lässt die LDL Werte sinken. Besonders günstig ist ein leichtes bis mittleren Training mit mehr Wiederholungszahlen für 60 Minuten.
  • Psyche: Studien ergeben, dass Sport auch bei psychischen Störungen ausgleichend wirkt. Aber auch wer nicht unter Depression und Co leidet, wird die stimmungsaufhellende Wirkung bei sich feststellen. Und das ist nicht mal der berühmte “ Runners High“. Dafür sind verschiedene Mechanismen verantwortlich, Endorphine, Leptin und sogar endocannabidoide (Körpereigene “ Droge“). Das Läuferhoch tritt allerdings erst bei einer minimalen Leistungsreduktion nach mindesten 80 Prozent der maximalen Anstrengung auf. Zudem ist es an weitere Faktoren gekoppelt und tritt nicht bei jedem Training auf.

Sport macht selbstbewusst, schlank, produktiver, kreativer.,

Daher fördert regelmäßige, nicht übertriebener aber doch anstrengender Sport, unsere Gesundheit in vielerlei Hinsicht. Dabei ist es wichtig ganzheitlich zu trainieren. Das bedeutet in allen Bereichen zu trainieren. Krafttraining und Ausdauersport,  Beweglichkeit und Balance. Alles greift perfekt ineinander.

Den einen, perfekten, Abnehmsport gibt es nicht. Wer Sport zum Gewichtsverlust bertreiben  möchte, sollte Kraft und Ausdauer trainieren. Ich finde aber, Sport sollte Spaß machen und nicht ( nur) dem Figurforming dienen. Nur, wer Spaß hat, bleibt am Ball.

Auch bei vielen Erkrankungen begrüßen Ärzte eine therapiebegleitende, sportliche Aktivität. Dazu gibt es zahlreiche Angebote, z.B. Herzsportgruppen. Wichtig ist es, mit dem Arzt über das Thema zu sprechen. Auch, wer nach lang er Zeit, wieder mit dem Sport beginnen will oder “ Großes “ vorhat, sollte den Arzt befragen. Und sich seine Sporttauglichkeit bestätigen lassen.

 

* Telomere sind „Schutzkappen“ der Chromosome, die sich bei der Zellteilung verkürzen, danach stirbt die Zelle ab. In der Regel kann sie sich bis zu 70 Mal teilen. Menschen mit längeren Telomeren leben länger und bleibe eher gesund. Das Enzym Telomerase sorgt für eine Verlängerung der Telomere. Eine pflanzenbasierte gesunde Ernährung ( dabei auch der Verzicht auf einfache Kohlenhydrate) und Sport, sowie Stressmanagment, sind günstig immer Telomere zu verlängern, Telomere sind somit eine Maßeinheit des biologischen Alterns.

** Interleukin-6: Ist ein Botenstoff des Muskelgewebes und wird bei besonders starker Beanspruchung, hauptsächlich aber unmittelbar danach, bis zu 100 mal mehr ausgeschüttet. Allerdings lässt dieser Effekt im Laufe des Trainings nach (Gewöhnungseffekt). Außerdem produziert der Körper in den Belastungspausen weniger dieses Myokins. Interleukin-6 wirkt auf Entzündungsprozesse. Zudem stimuliert es die Auschüttung diverser Hormone, z.B. Adrenalin, Cortison, Glukagon (Umwandlung von Glykogen zu Glucose), Somatropin (Stichwort: Fettverbrennung). Auch lässt es weitere Entzündungsmarker ansteigen (CRP). Allerdings werden erhöte Interleukin-6 Werte auch beim metabolischen Syndrom und einer starken Bauchspeicheldrüsenentzündung und weiteren akuten Erkrankungen (Blutvergiftung)festgestellt, da es von vielen Zellen produziert werden kann.

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