Proteindrinks

Proteindrinks sind wohl derzeit der Hit zum Abnehmen und zum Muskelaufbau.  Besonders positiv wirken sie sich aber eher auf die Finanzen der Vertreiber und Hersteller aus.

Proteindrinks sind oft eine gute Lösung. Jedoch sollte man sich immer fragen, ob man sie tatsächlich braucht. Und wer will schon auf Werbelügen und falsche Versprechen reinfallen.

Vorteile von Proteindrinks:

  • Diese Drinks enthalten meist nur Proteine und sind nahezu frei von Kohlenhydraten und Fetten. In bestimmten Ernährungsformen kann das sinnvoll sein. Gerade bei veganen Lebensmitteln sind meist noch Kohlenhydrate/Fette und bei tierischen Lebensmitteln Fette, mit von der Partie.
  • In gewissen Situation trinkt es sich einfach leichter. Zum Beispiel auch nach dem Sport. Da verspürt man eher Durst als Hunger.
  • Proteindrinks liefern den Nährstoff, ohne den Verdauungstrakt stärker zu belasten.
  • Proteindrinks können mitgenommen werden und sind schnell zubereitet.
  • Veganer können damit leichter einen erhöten Protein Bedarf decken. Insbesondere Sportler unter intensiver Belastung.

Nachteile von Proteindrinks :

  • Durch die Proteindrinks kann der tägliche Bedarf deutlich überschritten werden. Was negative gesundheitliche Folgen haben kann. Zum Beispiel bei Nierenerkrankungen oder chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen
  • Eine hohe Proteinzufuhr fördert die Ausscheidung von Kalzium und Phosphor. So kann Osteoporose begünstigt werden.
  • Proteine haben ein Allergiepotential.
  • Proteine können entartete Zellen zum Wachsen anregen und Tumorerkrankungen fördern
  • Ein Proteinüberschuss kann sich auch im Körper als Fett absetzen.
  • Meist liegt es an den Zusammensetzungen der Produkte. Auf Qualität und Zusatzstoffe sollte daher immer geachtet werden. Insbesondere auf den Gehalt und Relation der Aminosäuren.

Zusätze wie Aromen und Süßungsmittel / Zuckeraustauschstoffe sind kritisch zu bewerten, da sie unerwünschte Wirkungen auf den Organismus haben können. Zum Beispiel können Süßstoffe die Darmflora negativ beeinflussen.

Enthalten die Drinks zusätzlich Mineralstoffe und Vitamine, kann möglicherweise eine Überversorgung an diesen Nährstoffen erfolgen.

Der Zusatz von Creatin ist unsinnig, da der nur zusammen mit Kohlenhydraten „wirken kann“ und diese sind in dem Drink meist nicht enthalten. Außerdem sollte Creatin “ kurmäßig“ eingenommen werden, um eine gute Wirkung zu erzielen. Wenn man nicht gerade zu der Personengruppe gehört, die auf Kreatin kaum reagiert.

Der Zusatz von Carnitin ist ebenfalls unnötig. Die Wirkung als „Fettburner “ hat sich nicht bestätigt.

Es sind auch Fälle bekannt, wo dem Drink heimlich anabole Sterioide beigemischt waren. Das ist nicht der Fall bei Produkten die in der Kölner Liste aufgeführt sind.

Kollagenes Eiweiß und schwerlösliches Weizenprotein sind keine optimalen Zutaten.

Kollageneshydrolysat in der Zutatenliste oder die beiden Aminosäuren, Hydroxyprolin und Hydroxylysin, weisen auf den Gehalt von kollagenem Protein hin. Dahinter verbirgt sich, meist aus Schlachtabfällen gewonnene,  billige Gelatine.  Auch als Beaf Protein beworben,  was dann hochwertiger klingen soll. Als Hydolysat hat es keine Gelierfähigkeit mehr. Denn Kollagenhydrolysat ist preiswert und im Bezug auf den Muskelaufbau minderwertig.  Einzig kollagenhaltige Bindegewebe, Sehnen, Bänder, Haut und Haare profitieren von dieser Nahrungsergänzung. In veganen oder vegetarischen Drinks darf das natürlich garnicht enthalten sein.

Weizenprotein kann andere pflanzliche Proteine ergänzen und somit die Wertigkeit der Proteine erhöhen. Günstig ist es nur als Hydrolysat,  weil es dadurch auch gut verdaut werden kann.

Proteindrinks versorgen den Körper oft mit 20 bis 30 g Protein pro Portion. Die meisten gewöhnlichen Proteindrinks haben Milchprotein als Basis. Dabei unterscheidet man Casein und Molle. Casein ist vor allem in Quark und Käse enthalten. Der Name besagt das schon ein wenig. Es wird langsam verwertet und erreicht etwa 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme sein Maximum. Damit versorgt es den Organismus über eine längere Zeit mit Aminosäuren und ist ideal für die Einnahme am Abend. Es ist dabei stark antikatabol, es wirkt dem Gewebeabbau deutlich entgegen. Dazu sättigt es länger. Das macht Casein für Diäten interessant. Magerquark stellt eine gute und preiswerte Alternative zu Drinks auf Caseinbasis dar.  Man findet Milchprotein unter Bezeichnungen, wie Micellares Casein oder Calzium Caseinat. Es ist nicht vegan! Molkeprotein (Whey) wird schnell verwertet und erreicht schon 20 bis 40 Minuten nach Einnahme sein Maximum. Damit regt es ganz besonders den Muskelaufbau an. Insbesondere auch durch den hohen Gehalt an BCCA, Valin, Lysin und Isoleucin. Es ist ideal für Einnahme am Morgen oder nach dem Training geeignet. Man unterscheidet Molkekonzentrat und – isolat. Molkeisolat ( Wheyisolat) ist ärmer an Kohlenhydraten und Fett. Es kann (bis zu 70 Prozent) besser  für den Muskelaufbau verwendet werden.   Molke ist nicht vegan. Für Menschen mit Milcheiweiß Allergie ist ein Proteindrink auf Basis von Eiprotein, Sojaprotein oder anderen pflanzlichen Proteinquellen eine Alternative. Ei und Soja enthalten ebenfalls ein günstiges Aminosäureprofil. Eiprotein ist nicht vegan. Sojakonzentrat oder-isolat sind die beste Wahl für einen veganen Proteindrink, der nur aus wenigen Zutaten bestehen soll. Aber auch Soja besitzt ein hohes Allergie Potential. Wer Soja meiden möchte, der kann auf vegane Mehrkomponenten Proteindrinks zurückgreifen. Diese sind ebenso hochwertig vom Aminosäureanteil, weil mindestens zwei pflanzliche Proteinquellen kombiniert werden, um den optimal Gehalt an Aminosäuren zu erreichen ( biologische Wertigkeit). Häufig findet man die Kombination aus Reis- und Erbsenprotein. Kombinationen tierischer Proteine sind ebenfalls auf dem Markt. Dabei nutzt man die unterschiedliche Verwertbarkeit von Casein und Molke,  sowie die Tatsache, dass Eiprotein weniger Wasser bindet. „Hydrolysat“ ist der Begriff für bereits verändertes/aufgespaltenes Eiweiß. Es ist durch Enzym Einwirkung quasi schon vorverdauut und für den Körper leichter verwertbar. Ein gesunder Darm benötigt diese Hilfe nicht. Lediglich bei Weizenprotein hat es Vorteile,  weil dies sonst sehr schwer verdauulich wäre. Pflanzliche Proteinpulver, z.B. auf Basis von Hanf, Erbsen, Reis, Sonnenblumenkern, Walnuss, Erdnuss oder Kürbiskern können auch die normalen Speisen,  wie Smoothie oder Porridge mit Proteinen ergänzen. Letzlich kann der Körper für eine kurze Zeit Aminosäuren speichern, daher zählen alle Aminosäuren die im Laufe eines Tages aufgenommen werden. Günstig ist es für den Muskelaufbau, wenn Proteine regelmäßig in geringen Zeitabständen zugeführt werden.

Fazit: Für Mischköstler empfiehlt es sich ein Drinks auf Basis von Molkeprotein nach dem Training *, um den Muskelaufbau oder -erhalt zu fördern. Die normale Ernährung enthält meist genügend Aminosäuren. Teure Drinks auf Caseinbasis können durch Magerquark ersetzt werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, nicht zuviel Gesamtprotein in der Tagesbilanz zu erhalten. Für Veganer kann die Verwendung von Mehrkomponentendrinks oder Sojaprotein sinnvoll sein. Vor allem nach dem Training* oder wenn es schwerfällt, den Proteinbedarf mit pflanzlicher Kost abzudecken. Dann können auch reine Proteinpulver der normalen Nahrung ( Müsli, Smoothie) zugefügt werden.

* nicht jeder Sportler benötigt einen Proteindrink nach dem Training. Bei leichter bis mittlerer Aktivität ist das meist unötig. Wer aber garnichts “ Festes“ nach dem Sport runterbekommt, kann auf den Drink zurückgreifen.

Beim Kauf eines Proteindrinks sollte also immer die Zutatenliste geprüft werden! 

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