Aminosäuren für den Pump

Citrolin und Arginin

Arginin ist eine besonders gute Quelle für energiereiche Stickstoff-Phosphat- Verbindungen. Stickstoff und Phosphat sind wesentliche Baustoffe des Körpers.

organismus

  • O= Sauerstoff
  • C= Kohlenstoff
  • H= Wasserstoff
  • N= Stickstoff
  • Ca=Kalzium
  • P= Phosphor
  • S= Schwefel
  • K= Kalium
  • Na=Natrium

Gurt kann man sehen, wo und wie diese Stoffe im Körper verteilt sind:

  • Proteine und Aminosäuren (enthalten C, H, N, O, S)
  • Kohlenhydrate (C, H, O)
  • Lipide (C, H, O, N, P)
  • Nukleinsäuren (C, H, N, O, P)
  • Wasser ( H, O)

Quelle: http://www2.chemie.uni-erlangen.de/projects/vsc/chemie-mediziner-neu/pse/organismus.html

Stickstoff kommt also in Proteinen und Fetten ( Geweben) vor, aber auch in den Nukleinsäuren (Desoxyribonukleinsäure=DNS, Ribonukleinsäure=RNS). Die DNS enthält genetische Informationen und sämtliche Bauanleitungen für Proteine. So werden diese Informationen auch an unsere Nachkommen weitergegeben (Vererbung).

Stickstoff ist auch in Enzymen und Hormonen, im Stützgerüst (u.a. Bindegewebe), und ebenso am Immunsystem beteiligt.

Stickstoff ist lebenswichtig.

Der Stickstoff aus der Luft ist für den Menschen nicht verwertbar.

Stickstoff ist keine Mangelware auf unserem Planeten. Unsere Luft besteht zu ca. 78% aus Stickstoff, allerdings können wir Menschen ihn in gasförmigem Zustand leider nicht verwerten

Über Stickstoffverbindungen aus dem Boden gelangt Stickstoff in unsere Nahrung.

Stickstoff ist gerade im Wachstum und beim Aufbau bzw Erhalt von Körpergewebe wichtig. Nicht nur beim Menschen.

So dient Arginin in Keimlingen und Speicherzellen als Stickstoff-speicher.

Arginin kann vom Körper selbst gebildet werden, als Zwischenprodukt aus dem Harnstoffzyklus. Allerdings reicht diese Menge in gewissen (Leben-)Situationen nicht aus. Im Wachstum, bei bestimmten Erkrankungen, bei Stress oder nach Unfällen ist der Mensch auf die zusätzliche Zufuhr über die Nahrung angewiesen. Daher ist Arginin eine semi- essentielle Aminosäuren.

Arginin ist an vielen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Zum Beispiel:

  • Freisetzung der körpereigenen Wachstumshormone
  • Regulierung des Cholesterinspiegels
  • Kreatinsynthese
  • Proteinsynthese
  • Kollagenaufbau, darüber Wundheilung
  • Knochenstoffwechsel
  • Entgiftung von Ammoniak

Es ist die alleinige Vorstufe für Stickstoffmonoxid (NO). Genauer gesagt, verändert ein Enzym Arginin. Daraus resultiert der Endothelium-derived relaxing Faktor (EDRF). Dieser Stoff führt, wie der Name schon besagt,  zu einer GEFÄßERWEITERUNG und Erschlaffung der glatten muskukatur (der Gefäße) nicht aber der Skelettmuskulatur. Daher wird Arginingern bei Bluthochdruck oder Ateriosklerose eingesetzt. Es gibt noch weitere medizinische Indikationen.

Neue Studien zeigen,  dass eine Supplementation mit Arginin die Freisetzung von Insulin aus den beta-Zellen der Pankreas fördern und gleichzeitig die Insulinresistenz deutlich verringert. *

* L. D. Monti, E. Setola, P. C. Lucotti, M. M. Marrocco-Trischitta, M. Comola, E. Galluccio, A. Poggi, S. Mammì, A. L. Catapano, G. Comi, R. Chiesa, E. Bosi, P. M. Piatti: Effect of a long-term oral l-arginine supplementation on glucose metabolism: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial. In: Diabetes Obes Metab. 14(10), Okt 2012, S. 893–900. doi:10.1111/j.1463-1326.2012.01615.x.

Arginin schützt zudem vor oxidativem Stress.

Viele der positiven Wirkungen von Arginin macht man sich bei der Therapie von kranken Menschen zu nutze. Profitiert nun auch der gesunde Mensch von einer Nahrungsergänzung mit Arginin? Einige Studien bestätigen das tatsächlich. Dennoch muss man für sich selbst überlegen, ob man eine zusätzliche Zufuhr von Arginin wirklich benötigt. Das ist vor jeder Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels empfehlenswert.

Welche Vorteile bietet die Einnahme von Arginin:

  • In körperlichen Stresssituationen,  z.B. auch nach intensivem Training oder Krankheit, schützt die Einnahme von Arginin vor Engpässen durch die nicht ausreichende Produktion dieser semi- essentiellen Aminosäure. Damit erhöt bzw. erhält es die Leistungsfähigkeit.

  • Unterstützt den Aufbau und Erhalt von Muskulatur als proteinogene Aminosäure

  • Die Anregung der Wachstumshormonbildung fördert den Muskelaufbau und die Fettverbrennung

  • Senkt den Blutdruck

  • Wirkt positiv auf die Blutzuckerregulation

  • Wirkt durchblutungsteigernd und verbessert so möglicherweise die Regeneration

  • Sorgt für den Pump Effekt beim Bodybuilding

  • Ermöglicht eine minimale Leistungssteigerung im Ausdauersport um bis zu 2 Prozent

  • Wirkt stoffwechsel- und kreislauffördernd.

  • Unterstützt den Körper bei der Entgiftung und dem Abbau von Stoffwechselendprodukten, wie z. B. Ammoniak.

  • Kann das Kurzzeitgedächtnis verbessern.

  • Führt sie zu einer erhöhten Konzentration und Fokussierung.

  • Wirkt müdigkeitssenkend und erhöht die Trainingsmotivation.

  • Verbessert die Durchblutung der haarfeinen Gefäße und wird auch bei Haarausfall empfohlen

  • Verbessert die Fruchtbarkeit

Es gibt allerdings auch Nebenwirkungen:

  • Hautrötung und Kribbeln durch die durchblutungssteigernde Wirkung
  • Magen- Darm Probleme
  • Bei Pberdosierung: Lysinmangel durch Verdrängung dieser wichtigen Aminosäure
  • Es ist zu beachten, dass L-Arginin die Wirkung von PDE- 5- Hemmern verstärkt. Diese Medikamente würden ursprünglich gegen Bluthochdruck entwickelt. Finden aber auch bei anderen Erkrankungen Einsatz, z.B. bei erektiler Darmfunktion oder pulmonalen Hochdruck.
  • Vorsicht geboten ist bei verschiedenen Erkrankungen, dazu gehören auch Tumorerkrankungen oder Magengeschwüre

Die Einnahme von Arginin bespricht man daher am besten mit dem Hausarzt.  C

Arginin kommt natürlicherweise in proteinreichen Lebensmitteln vor. Insbesondere in Fleisch aber auch in Getreide, Ölsaaten, Kernen, Nüssen, Hülsenfrüchten.

  • Erdnüsse: 3.400 mg pro 100 g
  • Kürbiskerne: 3.500 mg pro 100g
  • Pinienkerne: 2.400 mg pro 100 g
  • Walnüsse: 2.200 mg pro 100 g
  • Weizenkeime: 2.200 mg pro 100 g
  • Sojabohnen 2.200 mg pro 100 g
  • Haselnüsse 2.000 mg pro 100 g
  • Garnele: 1.700 mg pro 100 g
  • Hühnerfleisch: 1.400 mg pro 100 g
  • Thunfisch: 1.200 mg pro 100 g
  • Tofu: 1.140 mg pro 100g
  • Haferflocken: 850 mg pro 100 g.
  • Vollkornbrot: 400 mg pro 100 g
  • Sojajoghurt: 277 mg pro 100g

Tabelle mit mehr Lebensmitteln: https://www.arginin.de/arginin-lebensmittel/

Eine gute Quelle stellen auch pflanzliche Proteinpulver dar, z.B. Erbsen-, Lupinen-, Reis- oder Hanfprotein.

Der Bedarf an Arginin liegt etwa bei mindestens  3g pro Tag. Durch gezielte Ernährung ist die Aufnahme sicherlich möglich : beispielsweise mit 50 g gemischten Kernen und Nüsse, 2 Scheiben Vollkornbrot oder 50 g Haferflocken,  100g Tofu und 200g Sojajoghurt.

Je nach Erkrankung oder sportlicher Aktivität kann der Bedarf auf mehr als das Doppelte ansteigen. Unter Umständen kann dann ein Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein.

Um Zusammenhang mit Arginin taucht auch häufiger Citrullin auf. Citrullin entsteht zusätzlich zu Stickstoffmonoxid, wenn Arginin mit Sauerstoff reagiert, z.B. bei endogenen Stessreaktionen. Citrullin ist am Harnsäurezyklus beteiligt. Umgekehrt kann aus  Citrullin Arginin gebildet werden. Überdies hemmt Citrullin das Enzym Aginase, welches für den Abbau von Arginin verantwortlich ist. Somit verbessert Citrullin die Wirkung von Argin. *

* Citrullin wird nicht im Rahmen der DNA-Translation in Proteine eingebaut wird,  es ist eine nicht-proteinogene Aminosäure. Dennoch übernimmt diese im menschlichen Körper einige wichtige Funktionen, z.B. die Stickstoffmonoxid-Synthese sowie der Abbau stickstoffhaltiger Verbindungen im Harnstoff. Beim zuerst genannten Prozess, also der Umwandlung von L-Arginin zu Stickstoff, sorgt L-Citrullin als Zwischenprodukt für eine Verzögerung des L-Arginin-Abbaus und zugleich auch für eine verbesserte Funktion des bestehenden Arginins, sodass insgesamt ein höherer Stickstoffmonoxid-Gehalt erreicht wird. Im Verdauungstrakt entsteht darüber hinaus ebenfalls L-Citrullin unter der chemischen Reaktion von Ornithin und Carbamoylphosphat. Dieser Prozess ist Voraussetzung für den Ammoniak-Abbau im Harnstoff.

Oft enthalten Präparate für Kraftsportler sowohl Arginin als auch Citrullin. Meist als Citrullinmalat, also in Verbindung mit Apfelsäure. Leistungsverbesserungen im Kraftsport konnten selbst bei der isolierten Einnahme von Citrullinmalat ( 8g) festgestellt werden. Dabei wirkt auch der Malat Anteil vorteilhaft. So wird die Bildung von ATP verbessert und weniger unerwünschte Endprodukte wie Laktat oder Ammoniak entstehen. Citrullin wirkt ähnlich wie Arginin aber länger und nachhaltiger. Es wird empfohlen bei:

  • Müdigkeit
  • Schwäche
  • Erektile Dysfunktion
  • Hoher Blutdruck
  • Diabetes
  • Leistungssteigerung
  • Herzerkrankungen

Citrullin ist gut verträglich, nur selten kann es zu Magen Darm Problemen kommen. Citrullinmalat schmeckt dazu angenehm säuerlich und muss nicht mit Aromen schmackhaft gemacht werden, so wie es bei Arginin der Fall ist.

Empfohlen werden, z.B. bei erektiler Dysfunktion und Bluthochdruck,  3 mal täglich 1000 mg citrullin und etwas mehr, wenn man Citrullinmalat verwendet.

Obwohl Citrullin oft als Wundermittel gepriesen wird, muss man realistisch bleiben. Letzlich beeinflusst man mit der Einnahme hochdosierter Aminosäuren empfindliche Körperprozesse. Besonders wenn man isolierte Aminosäuren in Form von Nahrungsergänzungsmittel einnimmt. Auch besteht die Möglichkeit, dass enzymatische Prozesse gestört werden oder eingeschränkt ablaufen. Überdies birgt eine sehr proteinreiche Ernährung gesundheitliche Risiken. Bei Erkrankung ist es manchmal nötig. Aber als gesunder Mensch sollte man zunächst versuchen, den persönlichen Bedarf über die Nahrung zu decken.

Auch natürliche Lebensmittel enthalten Citrullin. Aus der Wassermelone wurde Citrullin erstmals extrahiert. Knoblauch und Zwiebel,  Gurken, Kürbis,  Hülsenfrüchte, Erdnüsse, Mandeln und Walnüsse, sowie dunkle Schokolade enthalten Citrullin. Allerdings nicht viel. Auf therapeutische Dosierungen kommt man damit leider nicht.

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